Kiff im Griff - Suchtprävention die funktioniert

Wissenschaft
Vortrag
16.11.2018 - 15:15 bis 16:00
Empore

Session abstract: 

Dass der Konsum von Cannabis nicht per se pathologisch ist, haben zum Glück die meisten Menschen verstanden. Er ist jedoch – wie bei jeder psychoaktiven Substanz – auch nicht ohne Risiken, wie z.B. dem einer Abhängigkeitsentwicklung.

Es zählt längst zu den normativen Entwicklungsaufgaben des Jugendalters, einen individuell angemessenen, funktionalen Umgang mit psychoaktiven Substanzen zu entwickeln, eine Aufgabe, deren Bewältigung in vielen Fällen Begleitung und Unterstützung benötigt.

Wer die Legalisierung will, muss sich mit Fragen des Jugendschutzes und der Suchtprävention auseinandersetzen; gleichzeitig bietet eine Entkriminalisierung von Konsumenten Chancen für die Suchtprävention durch Enttabuisierung des Dialoges.

Weder konnten Abschreckungskampagnen oder Kriminalisierung junge Menschen vom Kiffen abhalten, noch konnten reine Aufklärungsprogramme diejenigen ausreichend schützen, die besonders suchtgefährdet sind.

In fast 20 Jahren unserer Präventionsarbeit des Balanx e.V. mit jungen Konsument*innen hat es sich als wirksam erwiesen, die Drogenkonsumenten selbst in die Verantwortung zu nehmen und den Aspekt der „Angemessenheit“ in einem Dialog auf Augenhöhe zu entwickeln, anstatt ihn aus den Bezügen sozialer Kontexte heraus vorzugeben. Über die selbstkritische Beobachtung des Konsums, der Reflexion von Motiven und Funktionalität des eigenen Konsums kann es gelingen, risiko-arme Konsummuster zu entwickeln und Abhängigkeit zu verhindern.